Krimi Tage – Unsere Krimis – ein Labsal für die Nerven

Unsere Krimis – ein Labsal für die

Tierkrimi am Beispiel “Fette Beute” von Rita Mae Brown Autorin: Rita Mae Brown
Titel: Fette Beute
Ullstein, 2008, ISBN: 978-3-550-08739-4

Findige Krimiautoren haben ein neues Krimi-Genre aus dem Boden gestampft: den Tierkrimi. Zunächst kam mir „Glennkill“ ein sogenannter „Schafskrimi“ zu Ohren. Ein Buch, das – wie man mir versicherte – entweder sofort geliebt und in einem Zug verschlungen wird oder statt Spannung und Gänsehaut nur ein verächtliches Lächeln hervorruft. Ich gehörte spontan zu der zweiten Kategorie, obwohl ich das Buch noch nicht gelesen hatte. Eine Geschichte, in der Schafe einen Mord aufklären…?!

Die Idee des Tierkrimis ist allerdings in meinem Hirn hängen geblieben. Und als mir im Buchladen Rita Mae Browns „Fette Beute“ zuzwinkerte, hatte das neue Genre zumindest wirtschaftlich gesehen einen weiteren Erfolg gelandet. Ich kaufte das Buch. Die Autorin war mir durch den Roman „Rubinroter Dschungel“ bekannt und ich wusste, dass sie Aktivistin in der amerikanischen Lesbenbewegung gewesen war. Und da ich die Meinung vertrete, dass in jeder Veröffentlichung eines Autoren mit authentischer Persönlichkeit etwas Gutes zu finden ist, nahm ich an, es könne nicht schief gehen.

Der Klappentext, den ich immer als erstes lese, teilte mir mit, dass Rita Mae Brown im Genre der Tierkrimis schon etabliert sei. Sie habe große Erfolge mit ihren Katzenkrimis gefeiert. Das machte mich wieder stutzig. Vor meinem geistigen Auge wollte kein rechtes Bild entstehen, das eine lesbische Emanze mit einer Katzenbuchautorin verschmelzen lies. Immerzu erschien in meiner Fantasie Harry Potters Lehrerin Dolores Umbridge zwischen ihren Katzentellern.

Ich schalt mich selbst, neige ich doch sonst kaum zu Vorverurteilung. Also begann ich das Buch zu lesen. Das war vor etwa zwei Wochen…

Eine Ewigkeit also. Jeden Abend zwinge ich mich zu fünf oder sechs Seiten. Momentan bin ich etwa auf Seite 70 und es ist praktisch noch nichts passiert. Außer dass ich parallel zwei andere Krimis und ein Jugendbuch gelesen habe. Es gibt noch nicht einmal einen Mord! Jedenfalls bisher. Pferdepflege und penibel festgelegte Hierarchien der Treiber bei der Fuchsjagd, miteinander kommunizierende Jagdhunde und eine Protagonistin, die sich mit den Füchsen unterhält, plätscherten in trauter Langweiligkeit vor sich hin.

Immerhin tröstet mich die Vorfreude auf kriminalistische Inhalte, mit denen ich noch zu rechnen habe. Und Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste von allen.

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