Krimi Tage – Unsere Krimis – ein Labsal für die Nerven

Unsere Krimis – ein Labsal für die

Das Jesus Video – von Andreas Eschenbach Autor: Andreas Eschenbach
Titel: Das Jesus Video
Bastei-Lübbe, ISBN 3-404-14294-2

„Das Jesus Video“ ist ein Roman, der schon allein durch seinen Titel fasziniert. Immerhin ist Jesus ist für jedermann eine Person, die Neugier weckt. Egal ob man religiöse Ambitionen hat oder nicht. Jesus taucht in fast jeder Biographie zumindest in der Kindheit auf und schon beim ersten Blick auf den Namen im Buchtitel hat man ein Bild vor Augen.

Die Verbindung zwischen Jesus und dem modernen Medium „Video“ ist es, die den Gedanken unwillkürlich an sich bindet. Wie soll das gehen? Ein Video über Jesus mit ihm selbst in der Hauptrolle? Spannender Gedanke. Ebenso spannend wie die ganze Geschichte.

Wer den Autor Andreas Eschenbach kennt, der ahnt schon, dass es nicht nur um eine Krimigeschichte geht, sondern dass es ein Science-Fiction-Roman ist. Denn das ist Eschenbachs Genre, für das er schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden ist.

„Das Jesus Video“ beginnt seine Geschichte in Israel. Der junger Student Stephen Foxx stößt bei archäologischen Ausgrabungen auf einen Fund, der die Initialzündung für den gesamten Roman abgibt. Die Tatsache, dass in einer Höhle am Ausgrabungsort ein zweitausend Jahre alter Sony Camcorder nebst Anleitung gefunden wird, der zum Zeitpunkt der Handlung noch nicht einmal auf dem Markt ist, fesselt den Leser schon auf Seite fünfundfünfzig. Die absurde Situation verstärkt sich durch eine genauere Untersuchung der Mumie, in deren unmittelbarer Nähe das Artefakt entdeckt wurde. Auch die Untersuchung der menschlichen Überreste ergeben eindeutige Ergebnisse. Die Mumie ist zweitausend Jahre alt. Diese Tatsache ist in einer archäologischen Ausgrabungsstätte nicht allzu spektakulär – hätte sie nicht ein tadelloses Gebiss mit Amalgamfüllungen und einer Titanverbindung im Oberschenkel, die chirurgisch einwandfrei durchgeführt worden sein muss.

All das im ersten Zehntel des 650-Seiten Romans. Andreas Eschenbach hat seinen Leser in den Bann gezogen. Nacheinander treten neben dem Protagonisten Steven und dem schrulligen Professor Wilford-Smith ein undurchschaubarer Finanzier des Ausgrabungsprojekts und ein sympathischer Science-Fiction-Autor in den Mittelpunkt. Und auch dem Vatikan bleibt die unglaubliche Entdeckung nicht verborgen. Die Kirchenoberhäupter schicken als geheimen Vertreter eine weitere undurchsichtige Person, mit der sich die Zusammenhänge immer stärker verwischen. Der Leser wird bis zum Schluss in Atem gehalten und an der Frage kauen, wer denn nun „der Böse“ sei.

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